Lokales Souvenir-Angebot als Experiment: Kommune und Förderverein wollen die Dorfgemeinschaft enger zusammenbringen und bekannter machen

Von Alexander Beckmann

Dreetz. Das dürfte in der weiteren Umgebung ziemlich einmalig sein: Die Gemeinde Dreetz steigt sozusagen ins Online-Geschäft ein. Seit kurzem präsentiert die Kommune auf ihrer Internetseite www.gemeinde-dreetz.de einen eigenen Webshop – in enger Kooperation mit dem Förderverein Dreetz.

„Die Idee kam uns in der Corona-Zeit. Da konnte der Verein ja nur wenig unternehmen“, berichtet Martin Petras. Er ist sowohl Schatzmeister des Fördervereins als auch ehrenamtlicher Vizebürgermeister. Am Anfang sei es vor allem darum gegangen, Neubürger in der Gemeinde irgendwie nett zu begrüßen – vielleicht mit einem kleinen Präsent. „Da gab es dann die Dreetz-Fußmatte.“ Der Fußabtreter aus Kokosfasern zeigt das Gemeindewappen und den Schriftzug „Willkommen“. „Wir dachten, dass Neubürger sowas bestimmt gebrauchen können“, erzählt Martin Petras. Anbieter, die solche Produkte individuell gestalten, seien nicht schwer zu finden.

„Beim Herbstmarkt haben wir die Matten vorgestellt und gemerkt, dass viele Dreetzer daran Interesse hatten.“ Gemeinsam mit seiner Vereinskollegin Babette Findeis suchte er daraufhin Ideen, wie sich das Ganze ausbauen ließe. „Wir haben überlegt, wie wir Interessenten solche Sachen überhaupt zukommen lassen könnten. Das Internet ist da natürlich die einfachste Lösung.“

Lager des Fördervereins im Gemeindezentrum Dreetz

Dass Martin Petras das so sieht, ist kein Zufall. Er pflegt und administriert die gemeinsame Website der Gemeinde und des Fördervereins seit vielen Jahren. Für das Dreetz-Souvenir-Projekt richtete er dort nun kurzerhand einen Online-Shop ein. Der bietet inzwischen nicht nur Fußmatten, sondern auch einen Dreetz-Malkasten, einen Plüschbiber (das Wappentier der Gemeinde) und Schlüsselbänder an. „Die Souvenirs haben wir uns im Internet ausgesucht und gestalten lassen.“

Kaufinteressenten können die Dinge direkt per Mausklick bestellen, bezahlen und zuschicken lassen. Ausgerechnet die Fußmatten bilden allerdings eine Ausnahme und müssen persönlich abgeholt werden: Angesichts von Größe und Gewicht erscheint ihr Versand als zu aufwändig.

Für den Online-Handel sieht Martin Petras weitere Perspektiven. „Mein Ziel ist es, über den Webshop auch Eintrittskarten zu verkaufen – als Service für Vereine und Veranstalter in Dreetz.“ Momentan ruht das öffentliche Leben allerdings weitgehend.

„Wir probieren das aus und würden es gern noch ausbauen. Und wenn es nicht klappt, lassen wir es eben.“ Die Finanzierung des Experiments könne der Verein dank seiner Rücklagen vorerst übernehmen. Sowas sei ja seine Aufgabe. „Wir sehen uns als Förderer des Gemeindelebens insgesamt und wir wollen da keinen Gewinn erwirtschaften.“

Der Förderverein Dreetz besteht seit gut 20 Jahren und zählt rund 50 Mitglieder. Auf sein Konto geht ein großer Teil des Veranstaltungsprogramms im Ort: der Flohmarkt im Arboretum, die Bürgerstammtische, Herbstmarkt und Halloween-Party, Radtouren, Theateraufführungen, Weihnachtsmarkt und Osterspaziergang.

Man plane neue Aktionen mit typisch Dreetzer Symbolik, sagt Petras. „Neugeborenen wollen wir einen Strampler mitgeben. Der wird nicht zu kaufen sein.“


Quellenangabe: Kyritzer Tageblatt vom 14.01.2022, Seite 12